Die Donaubrücke Stein-Mautern wurde im Jahr 1895 für Pferdefuhrwerke errichtet und trägt somit die Last von bald 130 Jahren Dauerbelastung und Korrosion. Mit Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die beiden rechtsufrigen Tragwerke gesprengt und mit Kriegsbrückengeräten wieder aufgebaut. Nunmehr ist die denkmalgeschützte Brücke in einem sehr schlechten Gesamtzustand, die Tragwerke sind durch Salz stark korrodiert, und muss saniert werden.
Sicherheit geht vor – Fahrbahnbreite muss aus statischen Gründen reduziert werden.
Nach der halbjährlichen Brückenprüfung der Donaubrücke Stein–Mautern durch ein Ziviltechnikbüro veranlasst das vorliegende Gutachten, dass die Fahrbahnbreite des rund 130 Jahre alten Bauwerks aus statischen Gründen reduziert werden muss. Die Brücke bleibt weiterhin benutzbar, allerdings mit Einschränkungen: Radfahrer, Fußgänger sowie landwirtschaftlicher Verkehr bis fünf Tonnen können die Donaubrücke auch künftig in beide Richtungen nutzen, PKW und Motorräder können die Brücke jedoch nicht mehr passieren. Die Verkehrseinschränkungen werden in den nächsten Wochen eingerichtet und sind ab ca. Mitte Mai gültig.
Bezeichnung: B33a.02 Donaubrücke Stein-Mautern
Projektträger: Land Niederösterreich
Kosten: rund 145 Mio. €
Finanzierung: Land Niederösterreich
Warum muss die Brücke saniert werden?
Die Brücke ist baufällig. Die Sicherheit der Bevölkerung hat oberste Priorität.
Warum darf die Brücke nicht komplett erneuert werden?
Auf Grund eines Bescheides des Bundesdenkmalamtes ist die Brücke seit 2008 denkmalgeschützt und muss am selben Standort erhalten bleiben. Seit 2000 ist die Brücke Bestandteil des UNESCO Welterbe Wachau.
Kann es eine „Zwei-Brücken-Lösung“ geben?
NEIN, diese Variante lehnen das Bundesdenkmalamt (BDA) und das Weltkulturerbe ab.
Ist die Errichtung einer „günstigeren“ Betonbrücke eine Alternative?
NEIN, der dafür vorgesehene Platzbedarf, insbesondere für die Zufahrtsrampen, ist durch die erforderliche Brückenhöhe weder auf der Mauterner noch auf der Steiner Seite gegeben. Das Bundesdenkmalamt schreibt als Behörde den Erhalt der historischen Brücke vor.
Werden heute noch Stahlbrücken für den Straßenverkehr gebaut?
Ja, überall dort, wo die Rahmenbedingungen eine solche Konstruktionsweise vorgeben. Ein Beispiel ist die Donaubrücke Linz.
Kann die Brücke als „Denkmal“ bzw. nur für den Fußgänger- und Radverkehr erhalten bleiben?
NEIN, die historische Brücke muss alleine schon aufgrund ihrer Eigenlast einer Sanierung zugeführt werden. In der Funktion als reine „Fuß- und Radwegbrücke“ wären die Instandsetzungsmaßnahmen und daher auch die Kosten nahezu ident wie im vorliegenden Projekt. Sämtliche Pfeiler müssten ebenso neu hergestellt werden (Stichwort Schiffsanprall).
Gibt es eine kostengünstigere Alternative?
NEIN, unter den gegebenen Rahmenbedingungen (BDA, Weltkulturerbe) gibt es keine kostengünstigere Lösung.
Was würde ein „Zurück zum Anfang“ bedeuten?
Um alle Rechtsverfahren abzuarbeiten, würde dies eine Verzögerung von 8 bis 10 Jahren mit ungewissem Ausgang bedeuten.
Warum wurde die Höchstbelastung der Brücke reduziert?
Auf Grund des schlechten Gesamtzustandes der Brücke musste eine Gewichtsbeschränkung auf 5 Tonnen erlassen werden. Weiters mussten die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 reduziert und die Geh- und Radwegbreite eingeschränkt werden.
Wie lange kann die Brücke noch benützt werden?
Durch die laufenden Instandsetzungsmaßnahmen und verdichtete Prüfintervalle soll eine Benutzbarkeit bis zumindest Ende 2027 ermöglicht werden.
Wie wird die Brücke saniert?
Die alten Tragwerke werden ausgeschwommen, bis ein Meter über der Fahrbahn gänzlich neu hergestellt und die darüber liegenden Tragwerke werden instandgesetzt. Anschließend werden die sanierten Tragwerke wieder auf die neu hergestellten Pfeiler aufgesetzt.
Warum müssen die Pfeiler neu hergestellt werden?
Die drei Flusspfeiler müssen neu hergestellt werden, damit sie einem Schiffsanprall standhalten.
Ändert sich die Breite der Brücke?
Der Geh- und Radweg wird auf beiden Seiten um 70 cm verbreitert und hat dann eine Breite von ca. 2,5 m. Aktuell laufende Gespräche mit dem Bundesdenkmalamt werden zeigen, ob auch eine Verbreiterung der Fahrbahn bewilligt werden kann.
Wie lange dauert die Sanierung?
Die Sanierung wird, wie auch ein Neubau einer Donaubrücke, rund 4 Jahre betragen. Nach Errichtung der Ersatzbrücke können ab 2028 die Sanierungsarbeiten beginnen und die Verkehrsfreigabe wird für 2032 erwartet. Danach wird die Ersatzbrücke abgetragen, der Abschluss der Bautätigkeiten erfolgt voraussichtlich 2033.
Wie hoch sind die Kosten für die Sanierung?
Die Gesamtkosten betragen mehr als 145 Mio. Euro. Diese werden ausschließlich vom Land Niederösterreich getragen.
Wie lange wird die Brücke dann wieder benutzbar sein?
Die neue Lebensdauer der Brücke wird rund 100 Jahre betragen und setzt somit einen Meilenstein für Generationen.
DI Benjamin Anibas
Projektleiter Donaubrücke Stein-Mautern
Abteilung Brückenbau
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten
Tel.: +43 2742/9005 - 60510
E-Mail: post.st5@noel.gv.at
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